Warum Bad Herrenalb moderne Supermärkte im Dobeltal braucht

Warum Bad Herrenalb größere Supermärkte braucht – Hintergründe zur Nahversorgung im Dobeltal

Die geplante Erweiterung von Rewe und Penny ist mehr als ein Bauprojekt. Eine Marktanalyse zeigt, warum Bad Herrenalb trotz seiner Größe moderne Lebensmittelmärkte benötigt, welche Rolle Tourismus und Bevölkerungsentwicklung spielen und weshalb der Standort Dobeltal als zentraler Versorgungsstandort gilt.

Nicht mehr Verkaufsfläche um jeden Preis

Oberflächlich geht es um rund 615 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche.

Tatsächlich beschreibt die Auswirkungsanalyse etwas anderes: Die bestehenden Märkte sollen an heutige Anforderungen angepasst werden. Breitere Gänge, bessere Warenpräsentation und eine zeitgemäße Gestaltung sollen die Versorgung langfristig sichern. Eine grundlegende Sortimentserweiterung ist dagegen ausdrücklich nicht vorgesehen.

Bad Herrenalb hat nur einen großen Nahversorgungsstandort

Ein interessanter Punkt der Untersuchung:

Für die Kernstadt bildet das Nahversorgungszentrum im Dobeltal mit Rewe, Penny, Rossmann und NKD den wichtigsten Standort für den täglichen Einkauf.

Größere Lebensmittelmärkte existieren im Stadtzentrum nicht. In den Ortsteilen ist das Angebot in den vergangenen Jahren sogar zurückgegangen. Bernbach verfügt noch über eine Bäckerei, während Neusatz und Rotensol keine eigene Nahversorgung mehr besitzen.

Bad Herrenalb wächst

Ein weiterer Grund überrascht.

Zwischen 2012 und 2022 wuchs die Einwohnerzahl Bad Herrenalbs um rund 15 Prozent. Zusammen mit Dobel leben inzwischen über 10.700 Menschen im Nahbereich. Das Wachstum liegt deutlich über dem Durchschnitt des Landkreises Calw.

Tourismus verändert die Nachfrage

Bad Herrenalb ist nicht nur Wohnort.

Die Studie weist darauf hin, dass der Kurbetrieb und der Tourismus den Einzelhandel zusätzlich beeinflussen. 2022 wurden fast 300.000 Übernachtungen registriert. Diese Besucher erzeugen ebenfalls Nachfrage nach Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

Moderne Supermärkte benötigen heute mehr Platz

Die Untersuchung beschreibt außerdem einen allgemeinen Trend im Lebensmitteleinzelhandel.

Märkte benötigen heute mehr Verkaufsfläche als noch vor einigen Jahren. Gründe sind unter anderem:

  • breitere Gänge
  • niedrigere Regale
  • bessere Barrierefreiheit
  • größere Frischebereiche
  • optimierte Warenpräsentation
  • veränderte Einkaufsgewohnheiten kleinerer Haushalte

Die zusätzliche Fläche bedeutet daher nicht automatisch ein größeres Warenangebot, sondern häufig eine modernere Gestaltung bestehender Märkte.

Fazit

Die Erweiterung von Rewe und Penny ist nicht nur eine bauliche Veränderung. Sie ist Teil einer langfristigen Strategie, die Nahversorgung in Bad Herrenalb an Bevölkerungsentwicklung, Tourismus und moderne Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels anzupassen. Das Dobeltal bleibt damit der wichtigste Versorgungsstandort für die Kernstadt und den umliegenden Nahbereich.

Rewe und Penny im Dobeltal im Überblick

 

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